Drei Monate im Trüben gefischt: Rossos Kampf gegen die Fehldiagnosen
In den vergangenen vier Monaten ging es Rosso, meinem geliebten Kater, sehr schlecht.
Heute weiß ich endlich, warum: Er litt an einer hochgradigen Colitis – einer schweren Darmentzündung. Doch bis diese Diagnose gestellt wurde, lagen drei Monate voller Unsicherheit, Fehldiagnosen und einer stressigen Tierarzt-Odyssee hinter uns.
Mehr als einmal dachte ich, Rosso würde sterben.
Sieben Tierärzte und pure Hilflosigkeit
Meinen geliebten Liebling leiden zu sehen, war schlimm für mich. Wobei Katzen ihr Leiden nicht zeigen, sondern verbergen. Das liegt in ihrer Natur: Schwäche zeigen bedeutet: Ich bin leichte Beute.
Dieses Verhalten legen – leider – auch Hauskatzen an den Tag.
Ich konnte meinen Kater also nur beobachten – und ich nahm deutliche Veränderungen in seinem Verhalten wahr: Er war nicht mehr der gut gelaunte Kater, den ich kannte.

Wenn die Katze (un)sichtbar leidet
Er fraß kaum.
Er saß oft minutenlang an derselben Stelle und starrte reglos vor sich hin.
Er zog sich zurück.
Rosso war eindeutig krank!
Das Schlimmste dabei war das Gefühl der Hilflosigkeit. Ich konnte nichts tun, außer Rosso, bei dem Autofahren und fremde Menschen panische Angst auslösen – von Tierarzt zu Tierarzt zu kutschieren. Und ich hoffte so sehr, dass einer von ihnen (7 insgesamt!!!) eine „Idee“ hatte, was Rossos Problem sein konnte.
Dazwischen fiel auch noch das Pfingstwochenende – ausgerechnet in einer Phase, in der es ihm besonders schlecht ging, und ich davon überzeugt war, sein letztes Stündlein hätte geschlagen.
Innerhalb von drei Tagen habe ich zweimal den Notdienst der Tierklinik (nicht Weilheim!) aufgesucht. Es war einfach grauenhaft – besonders für Rosso! Bei einer der Untersuchungen sprang er in seiner Panik die Wand hoch! Nachdem die Tierärztin auf die „grandiose“ Idee gekommen war, ihn in eine Decke zu wickeln …
Dazu muss man wissen, dass Rosso sich problemlos untersuchen lässt. Ohne in eine Decke gezwängt zu sein. Mein diesbezüglicher Hinweis wurde allerdings ignoriert. Ganz nach dem Motto: Was weißt du schon, ich bin hier die Fachfrau …
Stochern im Trüben: Fehldiagnosen
Doch alle „Diagnosen“ waren lediglich ein Stochern im Trüben:
- entzündete Bauchspeicheldrüse
- Halsentzündung
- FORL
- Gastritis
Lauter Vermutungen, die sich als falsch herausstellten – bis auf die erste (zu der ich noch informieren werde).
Für Rosso bedeuteten sie weiteren Stress, weitere Untersuchungen und weitere Medikamente, die er „zum Kotzen“ fand. Natürlich entstanden bei all diesen Untersuchungen/Diagnosen auch hohe Kosten. Doch darum geht es mir nicht!
Es geht mir darum, dass mein Kater drei Monate lang unnötig leiden musste – körperlich und seelisch.
Korrekte Diagnose: „Tierklinik Weilheim“
Nachdem Rosso blutigen Schleim kackte, wurde in der Tierklinik Weilheim endlich die richtige Diagnose gestellt: hochgradige Colitis.
Diese vier Monate waren nicht nur Stress für Rosso. Die Erfahrungen haben bei mir viele Fragen aufgeworfen – über Diagnosen, den Umgang mit schwer kranken Tieren und vor allem darüber, wie Tierärzte mit solchen Situationen umgehen.
Mein Fazit ist: Sie hören nicht zu! Denn ich bin keine hysterische Katzenbesitzerin, sondern ein aufmerksamer und denkfreudiger Mensch, der Tierärzten Informationen liefert, die sie nutzen sollen. Es aber nicht machen!
Aus genau diesem Grund werde ich in den kommenden Wochen meine Geschichte erzählen. Chronologisch und sachlich. Mit allen Höhen und Tiefen. Wobei die Höhen sehr kurz waren, die Tiefen hingegen sehr lang.
Vielleicht hilft meine Erfahrung anderen Katzenbesitzern, Warnsignale früh zu erkennen, die richtigen Fragen zu stellen und ihrem Bauchgefühl zu vertrauen.
Ich melde mich bald mit dem ersten Teil meiner Chronik …




