Muh!

Vor kurzem habe ich einem kleinen Jungen ein Buch geschenkt. Hier habe ich darüber geschrieben. Und vorhin drückte mit der Postbote einen Umschlag in die Hand. Inhalt: diese hübsche Kuh.

Kuh

Sie ist eines der Lieblingstiere des kleinen Jungen, und gemeinsam mit seiner Mama hat er sie extra für mich gebastelt. Lili musste den neuen Hausgenossen natürlich auch sofort unter die Lupe nehmen, was die Kuh sichtlich irritiert hat – sie schaut irgendwie ängstlich … ;-)

Lili

Ich freue mich sehr über diese niedliche Kuh und werde sie in Ehren halten, denn ich mag Kühe auch. Sie haben so schöne Wimpern und sind so wunderbar neugierig. Jedes Mal wenn ich sie fotografiere, kommen sie angetrabt und müssen unbedingt herausfinden, wer ich bin und was ich an ihrem Weidezaun mache.

kuh-1

Der “alte” Moritz ist wieder da

Wochenlang lief Moritz nur auf drei von vier Zylindern. Ich sagte den Ärzten: Moritz ist “reduziert”. Ich wusste keinen besseren Ausdruck als den, weil Moritz alles einen Gang langsamer machte, lustlos und teilweise sogar apathisch wirkte und sehr viel schlief. Und dann noch der nachlassende Appetit …

Dass er entgegen meinen Befürchtungen, nach den 10 Tagen Stubenarrest und all dem Tierarzt/Tierklinik-Stress sich nun erst mal für eine lange Weile nicht blicken zu lassen, gestern ganz in der Nähe war und auch auf mein Pfeifen reagierte, habe ich ja schon berichtet. Aber es passiert öfter, dass er durch den eigenen Garten (er zieht Nachbargärten vor!) streift, über den Hof tippelt und im Vorgarten unterm dem Fliederstrauch sein Nickerchen hält. Dass er nach Hause, also in die Wohnung kommt, geschieht deutlich weniger – vor allem bei sommerlichen Temperaturen kommt es häufig vor, dass er mehrere Tage (und Nächte) keine Pfote in die Wohnung setzt.

Vergangene Nacht war es sommerlich warm, und meine Hoffnung, dass mein Schwarzbär nach Hause kommt, war sehr gering. Wenn er kommt, kommt er nicht still und heimlich, sondern mit Musik! Und diese Musik ertönte heute um halbfünf. Ich runter und sofort die Terrassentür geschlossen – denn ich wollte seinen Appetit prüfen. Also warf ich mitten in der Nacht Trockenfutter durch die Gegend, und Moritz hechtete jedem Körnchen hinterher, fing es teilweise schon in der Luft auf. Der “alte” Moritz war wieder da! Die alte Spannkraft in seinem schlanken Körper. Die alte Triebkraft, wenn es um “Beute” geht. Die mir vertraute Muskelspannung, wenn er da liegt und lauert. Und er lauerte! Lag auf dem Fußboden und lauerte aufgeregt dem Wurf des nächsten Körnchens entgegen. Kaum hob ich die Hand zum Wurf, war Moritz schon bereit zur Jagd. Schließlich holte ich noch den Rest Putenstückchen und warf sie ebenfalls durch die Gegend. Jedem Stück hat er blitzschnell den Garaus gemacht!

Dann tippelte er nach unten mit der Absicht, wieder in die Dunkelheit zu entschwinden – aber die Terrassentür war ja geschlossen. Nun, das kannte er … nach ein paar Minuten lag er auf meinem Bett, putzte sich ausgiebig und ringelte sich dann zum Morgenschlaf ein.

Dieser Morgenschlaf hat in den letzten Wochen sehr sehr lange gedauert – viele
Stunden. Auffällig viele Stunden! Doch heute früh um acht Uhr war mein Racker bereits wieder fit fürs Leben. Sprang munter vom Bett, reckte und streckte sich, putzte sein Fell, und ich ging in die Küche, um Futter zu holen. Nierenschonendes Futter, weil seine Nieren letzte Woche ziemlich strapaziert schienen. Erst Trockenfutter (das liebt er!). Dann Nassfutter. Erst Hühnchen, das hat er nicht ganz aufgefressen. Ich holte noch eine andere Sorte: Thunfisch. Die hat ihm geschmeckt, und auch das Löffelchen Darmgel, das ich für seinen malträtierten Magen-Darm-Trakt besorgt hatte, verputzte er.

Mein Moritz ist nicht mehr wiederzuerkennen beziehungsweise ist er jetzt wieder so, wie er normalerweise ist: ein putzmunterer, agiler Kater, der Freude am Leben hat.

Nach dem Frühstück tippelte er zur Nachbarterrasse und putzte sich nochmal ausgiebig.
Gegenlicht

Dann machte er sich auf den Weg zur Katzenleiter, war noch kurz auf der Auffahrt zu sehen …

Strawanz

… und nun hält er in einem der Nachbargärten seinen rasierten Bauch der Sonne entgegen. Und für Dr. Ernst Meier ist dieser Sonntagsgruß: Danke, lieber Ernst!

P. S.: Meinem geliebten Liebling schmeckt das Nierenfutter übrigens auch.

Futter

Kater Moritz genießt die Freiheit

Nachdem er unter Medikamenten mit gutem Appetit gefuttert hat, ließ Moritz “Hunger” am Donnerstag wieder nach. Am Futter geschnuppert und abgewendet. Ich schickte der THP, die in Urlaub ist, ein SMS. Sie schrieb dann, welche Globuli ich ihm geben solle. Aber meine Angst ließ dadurch trotzdem nicht nach und ich rief Herrn Rattenhuber an. Der wirkte ratlos und meinte, ich solle einen Tag abwarten.

Ich wartete aber keinen Tag ab, sondern überlegte. Ich brauchte unbedingt einen erfahrenen Tierarzt, also einen, der bereits viele Jahre praktiziert. Und deshalb rief ich am Nachmittag Dr. Ernst Meier von der Tierklinik in Dießen an und schilderte ihm die Angelegenheit in aller Offenheit. Er war erfreulicherweise überhaupt nicht pikiert darüber, dass Moritz von anderen Ärzten behandelt worden war, sondern gab mir einen Termin am Freitag Vormittag.

Dr. Meier kenne ich schon viele Jahre, er hat viele meiner Katzen behandelt. Er ist ein sehr erfahrenewr und tierlieber Arzt, allerdings habe ich ihn schon lange in der Praxis nicht mehr gesehen und glaubte, er genieße seinen Vorruhestand und sei viel auf Reisen. Das stellte sich gestern als Irrtum meinerseits heraus.

Nun, wie dem auch sei … ich packte Moritz gestern also wieder in den verhassten Korb und fuhr damit in die Tierklinik, dieses Mal nach Dießen. Herrn Rattenhuber hatte ich darüber informiert, er fand, das sei eine gute Idee, zumal er mit Dr. Meier freundschaftlich verbunden ist. In der Tierklinik kamen wir sofort dran, und Dr. Meier ließ sich ausführlich schildern, was in den letzten Wochen so vorgefallen ist. Er hörte aufmerksam zu und hakte an genau der Stelle ein, die in der anderen Tierklinik auf taube Ohren gestoßen war: die Sache mit der leidigen Heuschrecke.

Dr. Meier fragte, was für eine Heuschrecke das denn gewesen sei. Weiß ich nicht, aber es gibt ja Gott sei Dank ein Foto von dem Heuschreckenbein hier auf dem Blog. Ein “Heupferd”, sagte Dr. Meier. Dann untersuchte er Moritz ausgiebig, tastete ihn ab, beobachtete ihn und meinte dann, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dieses Heupferd der Auslöser für die Probleme gewesen sei. Genau das hatte ich ja auch vermutet! Denn seit der Zeit mit dem Heuschreckenbein veränderte Moritz’ Verhalten sich von Tag zu Tag mehr, er wurde immer apathischer und parallel dazu ließ sein Appetit nach.

Dr. Meier vermutet, dass die Inhaltsstoffe des Heupferdes der Niere, dem Magen und dem Darm von Moritz Probleme bereitet hat. Moritz könnte Moritz auch einfach allergisch auf das Heupferd reagiert haben. Die hohen Nierenwerte können nämlich auch die Folge einer Allergie sein … Dann machte er mit Moritz eine Bioresonanz-Therapie, mit der er ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht hat und immer wieder macht. Dann verpasste er Moritz noch eine Spritze, und wir fuhren wieder nach Hause. Wieder begleitet von Moritz’ Konzert, aber längst nicht so hysterisch wie auf der Fahrt von der anderen Tierklinik, als Moritz unter Morphium stand … so hat er überhaupt noch nie geschrien!

Zuhause stellte ich ihm Futter hin, und er fraß es mit Appetit. Dann ließ ich ihn in Ruhe.

Später schaute ich nach ihm – er lag nach 10 Tagen das erste Mal nicht UNTER dem Bett, sondern AUF dem Bett. Gutes Zeichen! Er stierte auch nicht mehr so vor sich hin, sondern machte einen relativ munteren Eindruck. Im Katzenklo befand sich noch die Hinterlassenschaft des Vormittags und die begutachtete ich, denn Dr. Meier wollte wissen, wie die aussieht. Gut, dass ich sie noch nicht entsorgt hatte!

Die Hinterlassenschaft war so aus, wie sie aussehen muss: Farbe, Form, Konsistenz und Menge waren genau richtig. Das gefiel Dr. Meier gut, mir übrigens auch!

Die Nacht verbrachte Moritz dann noch in der Wohnung, ich wollte abwarten, ob er heute früh frisst und sein Geschäftchen macht.

Er fraß und machte sein Geschäftchen – das auch wieder perfekt war! Also war die heiß ersehnte Freiheit angesagt. Ich wollte ihn holen und ihn in den Garten tragen, aber er versteckte sich natürlich sofort wieder unterm Bett. Um ihn nicht zu stressen und ließ ich ihm Zeit, öffnete die Terrassentür und pfiff nach ihm. Der Herr Schwarzbär ließ sich aber Zeit, doch irgendwann tauchte er auf und schaute fassungslos nach unten.

Treppe

Dort hockte er minutenlang und starrte nach wie vor ungläubig mal auf mich und dann wieder auf die offene Terrassentür.

treppe-2

Und dann machte er plötzlich einen Satz und zischte wie ein geölter Blitz die Treppe runter, sprang auf die Terrassenbrüstung und eilte übers Dach in Richtung Katzenleiter. Lili hinterher.

Dach

Unten verabschiedete der Herr Schwarzbär sich freundlich von Lili und machte sich vom Acker.

Lili

Weil schönes, warmes Wetter herrscht, rechnete ich damit, ihn möglicherweise tagelang nicht zu sehen. Trotzdem ging ich ein paar Stunden später runter, lief ums Haus und pfiff nach ihm. Und … tatsächlich er antwortete. Ich entdeckte ihn dann unter einem Strauch im Nachbargarten.
Gebuesch

Flugs ging ich wieder nach oben und holte Futterkörnchen. Die warf ich einzeln über den Zaun und er erbeutete sie. Mit sichtlichem Appetit verdrückte er ein Körnchen nach dem anderen.

Nach einer Stunde ging ich wieder nach unten – er lag nicht mehr im Nachbargarten. Ich pfiff, und mein Schwarzbär kam doch tatsächlich gleich um die Ecke getippelt. Ich holte ein Schüsselchen Feuchtfutter und stellte es auf den Rasen. Er verputzte auch dieses Futter mit bestem Appetit. Dann ging ich wieder nach oben und warf Putenstückchen und Trockenfutterkörnchen vom Balkon. Moritz jagte auf dem Hof hin und her und machte der Beute sofort den Garaus. Nun hoffe ich, dass dieser Zustand so bleibt. Dr. Meier ist diesbezüglich sehr zuversichtlich …

Mitternächtlicher Besuch beim Tierarzt – Bandwurmbefall?

Es nimmt einfach kein Ende! Gestern hatte Moritz zwar Appetit, war aber den ganzen Tag lang apathisch, lethargisch und zitterte mit den Pfoten und wackelte mit dem Kopf.

Ich bin dann früh Schlafen gegangen und Moritz letzte sich zu mir aufs Bett. Dort wollte er seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: meine Armbeuge ablecken – mit Milchtritt. Er leckte ein einziges Mal und stierte danach minutenlang teilnahmslos vor sich hin. Dann stand er auf, miaute gequält, schob sein Zünglein zwischen die Lippen und ließ es dort stecken (macht er sonst nie!). Dann legte sich dann der Länge nach ans Bettende (vollkommen unübliche Stellung für ihn!), den Kopf halb übers Bett gehängt, ansonsten regungslos. Als ich leise seinen Namen rief, reagierte er überhaupt nicht. Auch als ich ihn streichelte, gab er keine Regung von sich. Ich hatte Angst um ihn! Ich dachte, er stirbt mir jetzt unter der Hand weg. Als ich ihn hoch hob, hing er wie ein nasser Sack in meinem Arm – kleinerlei körperliche Anspannung wie sonst üblich beim Hochheben.

Epileptischer Anfall
Seit über 30 Jahren habe ich Katzen und glaube von mir sagen zu können, dass ich im Umgang mit ihnen zwar sehr aufmerksam aber keines falls hysterisch bin. Ich habe in all den Jahren auch erst ein einziges Mal in der Nacht einen Tierarzt angerufen, das war als Lili kurz nach Mitternacht umfiel, alle Viere von sich streckte, völlig verkrampft da lag, reglos, und ich dachte, ihr letztes Stündlein habe geschlagen. Als ich den Arzt in der Tierklinik an der Strippe hatte und mit ihm vereinbarte, dass ich Lili jetzt sofort in den Korb stecke und mit ihr in die Tierklinik komme, erhob sie sich plötzlich und tippelte munter in die Küche, wo sie sich vor den Futternapf setzte.

Wie sich dann rausstellte, handelte es sich um einen epileptischen Anfall, den sie wenige Wochen schon mal gehabt hatte: unten im Flur hatte sie auch völlig reglos mit ausgestreckten Beinen gelegen, als eine Nachbarin sie fand und mich sofort anrief. Als ich unten ankam, war Lili bereits wieder munter. Epileptische Anfälle dauern meist nur wenige Minuten …

Ich bin seinerzeit natürlich nicht mitten in der Nacht in die Tierklinik gefahren, sondern habe am nächsten Morgen mit dem Tierrzt nochmal telefoniert, und der bestätigte meine Vermutung: es handelte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen epileptischen Anfall.

Das zweite Mal, dass ich zu später Abendstunde einen Tierarzt angerufen habe, war vor wenigen Wochen – als Moritz dieses Heuschreckenbein im Rachen hatte.

Späte Visite
Gestern um genau Mitternacht nun das dritte Mal. Mein wimmernder Kater mit seinem starren Blick machte mir derart Angst, dass ich dachte, er würde jeden Moment das Atmen aufhören. Also wagte ich (weinend), Michael Rattenhuber aus dem Bett zu klingeln, und der meinte auch sofort, ich solle Moritz vorbeibringen.

Ich habe noch meine Nachbarin rausgeklingelt (selbst Katzenbesitzerin) und die hat mich zum Tierarzt gefahren. Obwohl nicht im Korb, sondern auf meinem Schoß, hat Moritz wieder ein lautes und verzweifeltes Konzert gegeben.

Bei Herrn Rattenhuber angekommen, wurde Moritz erneut gründlich untersucht. Schmerzen an der linken Bauchseite. Er bekam dann ein Kontrastmittel gespritzt und wurde nochmals geröntgt – mit Ziel auf den Magen, weil Herr Rattenhuber, meinte, dort könne sich doch noch ein Fremdkörper aufhalten. Die Untersuchung hat aber keine neuen Erkentnisse gebracht.

Bandwurmbefall?
Gestern Nachmittag hatte ich ja mit meiner THP telefoniert und die hatte auf Bandwurm getippt. Solche Parasiten können Appetitlosigkeit und auch Schmerzen im Bauch verursachen. Dass er Parasiten haben könnte, hatte ja auch die Blutuntersuchung gezeigt, aber meine Aussage, Moritz sei vor ungefähr 2 Monaten entwurmt worden, hat offensichtlich niemand dazu veranlasst, eine neue Wurmkur zu machen. Was mich HEUTE nun wundert, denn normal liegen die Eosinophilen Granulozyten zwischen 0 – 600. Bei Moritz lagen sie bei 2.594! Und der erste Wert liegt zwischen 0 – 6, bei Moritz bei 24! Dass da niemand auf die Idee gekommen ist, ein Wurmmittel zu spritzen, verstehe ich nicht!!! Die von mir durchgeführte Wurmbehandlung lag schließlich zwei Monate zurück! Und da Moritz sehr viele Mäuse frisst, kann er sich jederzeit wieder Würmer einfangen. Außerdem ist bei Moritz die Nickhaut deutlich sichtbar, was auch auf Wurmbefall hindeutet.

moritz-Galerie

Auf alle Fälle hat Herr Rattenhuber gestern Nach um ein Uhr nach ausgiebiger Untersuchung keine andere Erklärung gefunden als Würmer. Und denen ging es mit einer Spritze an den Kragen.

Nun hoffe, ich, dass der kleine Kerl sich langsam erholt, denn von einem Tag auf den anderen wird sich keine Besserung einstellen – nach so einem massiven Parasitenbefall. Die Milben haben möglicherweise das Ihrige auch noch dazu getan, der ganze Bauch war ja übersäht mit Spuren von den “Bohrungen” dieser lästigen Parasiten.

Bauch
Am Bauch unten sieht man noch deutlich die verheilten Entzündungen, hervorgerufen durch die Herbstgrasmilben.

Das waren die neuesten Nachrichten aus dem Sanatorium Blaes am Ammersee!

Wenigstens geht es Lili gut. Sie futtert mit Appetit und wenn ich morgens aufstehe, rennt sie als erstes zu ihrem Futterplatz … momentan liegt sie auf dem Schreibtisch. Und wenn ich mich gleich aufs Sofa pflanze, wird sie sich auf meinen Schoß legen – mein geliebter Liebling! Und der andere Liebling schläft oben unterm Bett …

Lili

Jetzt ist auch der Kater krank

Tierarzt, Tierklinik, Tierarzt … Appetitlosigkeit, Medikamente, Ultraschall, Blut abnehmen, Spritzen, Bauch rasieren, Blase punktieren … ich bin mit meinen Nerven bald am Ende, denn jetzt ist auch Kater Moritz krank.

Nachdem Lili am Montag wieder nicht gefressen hat und apathisch auf dem Terrassentisch lag, dachte ich: nun ist es soweit. Aber am nächsten Tag hat sie bereits wieder mit sehr großem Appetit gefuttert und das macht sie bis heute. Sie klaut sogar Essenreste auf der Anrichte in der Küche und rennt viel draußen rum. Die Lymphknoten am Hals sind mal minimal kleiner und dann wieder größer, aber ihr Verhalten ist “normal”, und ich freue mich jeden Tag, dass sie lebt. Und sie freut sich auch, ist ständig in meiner Nähe, und abends schmusen wir inniglich.

Appetitlos
Aber seit ungefähr zwei Wochen beobachte ich Moritz, der immer weniger Appetit an den Tag legt. Bis er vor drei Tagen so gut wie gar nichts mehr gefressen hat, auch sein Lieblingsfutter, Hühnchen und Thunfisch aus der Dose hat ihn nicht interessiert. Das verheißt nichts Gutes! Außerdem erschien er mir in den ganzen letzten Wochen in seinem Verhalten “reduziert”. Irgendwie ein Gang langsamer als sonst. Ruhiger, zurückhaltender … so, als beobachte er sein Innenleben. Irgendwas stimmte da nicht. Also ich Termin beim Tierarzt (Michael Rattenhuber in Dießen) gemacht, der mit seiner Zeit erfreulicherweise flexibel und sehr kunden- bzw. patientenfreundlich ist. Was ich sehr gut finde, weil ich es hasse, mit einer kranken Katze viele Stunden warten zu müssen.

kater-in-korb
Das Foto stammt nicht von gestern, dazu hatte ich keine Nerven …

Michael Rattenhuber untersuchte Moritz gründlich. Aber er fand nichts. Auch die zwei Röntgenaufnahmen, die gemacht wurden, waren nicht erhellend. Nur am Enddarm war etwas zu sehen – Kot vermutlich, aber es deutete nichts auf Verstopfung hin. Fieber hatte Moritz auch keines. Übergeben hatte er sich auch nicht. Aufallend viel getrunken hat er auch nicht, im Gegenteil. Aber irgendwas war/ist da! Ich streichelte über seinen Rücken, er zuckte zusammen. Daraufhin untersuchte der Tierarzt nochmal seinen Bauch und drückte überall rum. Da – plötzlich: Moritz zeigte Reaktion mit unwilligem Miauen – also hatte er Schmerzen im Bauchraum.

Magenschleimhautentzündung?
Der Arzt tippte auf Gastritis. Versorgte Moritz entsprechend mit einigen Spritzen und gab mir auch welche mit: 3 verschiedene. Die sollte ich morgens und abends spritzen. Gott sei Dank kann ich das, geht auch ganz problemlos, wenn man weiß, wie’s geht. Moritz war also seit Mittwoch früh wieder daheim und ich konnte ihn beobachten. Das Katzenklo interessierte ihn nicht! Von Mittwoch früh bis Donnerstag Mittag hatte er weder gekackt noch gepinkelt. Das ist gar nicht gut!!! Ich rief den Tierarzt an und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn ich dem Kerlchen ein halbes Mikroklist verabreiche. Ja, das könne ich machen. Aber nur einmal! Also verpasste ich Moritz das kleine Klistier, legte ihn auf meinen Bauch und wartete.

Steinharter Kot
Normalerweise dauert es ungefähr 10 bis 20 Minuten und der Gang zum Klo ist fällig, weil der Darm ruft. Aber der Darm gab keinen Ton von sich! Nach mehr als einer halben Stunde trug ich Moritz versuchsweise zum Katzenklo. Dort scharrte zwar rum, aber es passierte nichts, er hockte einfach nur da. Dann miaute er und scharrte erneut. Aber wieder nichts. Dann scharrte er ein drittes Mal und hockte sich hin und DRÜCKTE! Heraus kam ein ungefähr zehn Zentimeter langes Würstchen, zur Hälfte bockelhart. Aha, der Beginn einer Verstopfung. Gut, dass der Kot draußen war! Nun hoffte ich darauf, dass er Appetit zeigt. Vergeblich gehofft. Nach über einer Stunde Warten auf Appetit rief ich den Tierarzt an und sagte ihm, dass ich jetzt in die Tierklinik fahren wolle. Er fand das auch eine gute Idee und mailte die Röntgenbilder an die Tierklinik. Die Blutergebnisse müssten auch jeden Moment kommen, die wollte er dann auch sofort mailen.

Termin in der Tierklinik
Moritz in den Korb gepackt und unter lautem Katzen-Konzert nach Germering gefahren – zur Tierklinik, die erfreulicherweise auch einen schnellen Untersuchungstermin frei hatte, nämlich um 15.00 Uhr.
Die Internistin dort untersuchte ihn gründlich, stellte auch nichts besonderes fest, begutachtete die Röntgenaufnahmen, und die mittlerweile auch eingetroffenen Blutergebnisse zeigten außer einem Wert nichts besonderes. Aber dieser eine Wert deutete auf eine Entzündung hin. Könnte auch durch Parasiten verursacht sein: vielleicht der starke Milbenbefall vor zwei Wochen?

Nackt rasiertes Bäuchlein
Also Ultraschall. Mit Lili wäre so eine Untersuchung ohne Narkose völlig unmöglich, Moritz lag brav auf dem Untersuchungstisch und gab keinen Mucks von sich, als sein Bäuchlein großflächig kahl rasiert wurde. Dabei konnte man übrigens gut die kleinen Verletzungen sehen, die diese Scheiß-Milben verursacht haben … durch ihr Haut-Anbohren und Saugen. Hier übrigens nochmal ein anschaulicher Bericht über diese widerlichen Viecher.

Blasenpunktion
Dann die Untersuchung. Nichts besonders Auffälliges, nur die Nieren zeigten Entzündungszeichen. Und eine Gastritis kann man nicht unbedingt sehen (wenn ich das richtig verstanden habe – dazu muss eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme gemacht werden). Dann wollte die Ärztin noch Urin untersuchen, dazu musste die Blase punktiert werden – was aber keine schmerzhafte Angelegenheit war. Moritz hat nicht mal gezuckt. Blut wurde auch nochmal abgenommen, auch das ließ er anstandlos über sich ergehen, der brave kleine Kater!

Bakterien in der Niere
Nach einer dreiviertel Stunde Wartens das Ergebnis. Im Urin sind Bakterien, die da nicht hingehören, und die mit Nierenproblemen zusammenhängen können. Die Ärztin schlug daraufhin vor, Moritz an einen 24-Stunden-Tropf zu hängen, um die Nieren gut durchzuspülen. Damit war ich einverstanden. Vermutlich hatte er in den vergangenen Tagen aufgrund seiner Appetitlosigkeit viel zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Und weil ich ja die Flöhe husten höre, hatte ich ihm am Vormittag rein vorsorglich schon 6 ml Wasser mit einer Kanüle ins Mäulchen gespritzt, was er auch brav geschluckt hat. Schwester Renate hat nun mal feine Sensoren – oder sie denkt einfach nur nach, was viele Katzenbesitzer leider nicht machen!

Nacht in der Tierklinik
Also hab ich das kleine Kerlchen in der Klinik gelassen und bin schweren Herzens nach Hause gefahren. Die Untersuchung hat keine wirklichen Ergebnisse gezeigt – aber einige Vermutungen. Darunter eben auch die von Nierenproblemen! Und wenn ich was nicht leiden kann, dann sind es Vermutungen!

Gestern Mittag hat mich die Ärztin angerufen, um mit mir einen Abholtermin zu vereinbaren. Moritz habe gekackt, aber nichts gefressen. Weil er nur mit großen Augen in der Ecke seiner Box hockte, meinte die Ärztin, es könne einfach daran liegen, dass er Angst hat. Also hab ich ihn zwei Stunden später abgeholt und bin – begleitet von unterträglichem Geschrei – mit ihm nach Hause gefahren.

Moritz frisst!
Meine Hoffnung, dass er Appetit zeigt, war offengestanden nicht groß, umso mehr habe ich mich gefreut, dass er sich sofort über das angebotene Futter hergemacht hat. Erst Lilis Trockenfutter-Körnchen, in diesem Fall sehr gut, weil sie Spezialfutter für empfindlichen Magen-Darm gekommt. Dann habe ich ihm noch Yarrah-Feuchtfutter angeboten, auch das hat er verspeist. Und das frisch gekochte Putenfleisch hat er mit Begeisterung verdrückt.

Dann hat er sich in eine Ecke verzogen und ich habe ihn erstmal in Ruhe gelassen.

Nebenwirkungen!
Doch zwei Stunden später habe ich mich nach all den anstrengenden Stunden aufs Bett gelegt und er kam dazu. Und er war völlig unruhig. Drehte dauernd den Kopf von links nach rechts und umgekehrt, zuckte mit dem Kopf, zuckte mit den Pfötchen, legte sich hier hin und wenige Sekunden später dort hin, seine Pupillen waren deutlich vergrößert, mit dem Kater stimmte was nicht! Ich rief in der Klinik an und fragte, ob das an irgendeinem Medikament liegen könne. (Ich hatte sowas mal vor Jahren, da dachte ich, Lili würde sterben, weil sie nach einem Arztbesuch mit Medikamentengabe so merkwürdig in der Wohnung rumtorkelte, ich dachte schon, sie stirbt … es lag aber am Medikament!). Die Ärztin in der Tierklinik teilte mir nun mit, dass Moritz ein morphiumhaltiges Schmerzmittel bekommen habe. Aha! Und warum hat mir das nicht gesagt beim Abholen, und vor allem: warum hat sie mich nicht auf die möglichen (üblen) Nebenwirkungen dieses Medikament aufmerksam gemacht?!


Sehr häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Schlaf.

Häufige Nebenwirkungen:
Hitzegefühl, Schweißausbrüche, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Pupillenverengung, niedriger Blutdruck, Atemunterdrückung, Übelkeit und Erbrechen, Schwitzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, Desorientierung, Nervosität, Depression, Psychose, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsstörung, Hochstimmung (Euphorie), Verstimmung, Unruhe, Erschöpfung, Mundtrockenheit, verwaschene Sprache, Koma, Zittern, Krämpfe, fehlende Muskelsteuerung, Doppeltsehen, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Ohrensausen, Bluthochdruck, Herzrasen, Herzschlagverlangsamung, Hautblaufärbung, Herzreizleitungsblockierung (AV-Block), Atemnot, Atemstillstand, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, nervliche Missempfindung, Juckreiz, Hautausschlag, Blässe, Nesselsucht, Blasenentleerungsstörungen.


Die rot markierten Symptome zeigte Moritz deutlich. Außerdem wirkte er verwirrt, und pinkelte das erste Mal, seit er bei mir lebt, auf ein Kissen. Das hat er noch nie gemacht!!! Ob er noch andere Nebenwirkungen hatte, weiß ich nicht, weil der Kerl ja leider nichts erzählt …Dass ich von der Ärztin nicht darauf  hingewiesen wurde, finde ich NICHT IN ORDNUNG!

Ich habe daraufhin nochmal meinen Haus-Tierarzt angerufen, und der meinte, Moritz’ merkwürdigen Verhalten sei vermutlich auf das Medikament zurückzuführen und ich solle abwarten bis heute. Nun, heute Vormittag ist Moritz wieder einigermaßen normal, aber immer noch sehr müde und verhalten. Aber wenigstens konnte ich ihm die problemlos die 4 Medikamente verabreichen und er hat sogar ein Stück Putenfleisch von der Anrichte stibietzt.

Gefressen hat er auch, vor allem Putenstückchen und Lilis Körnchen. Damit er genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, habe ich ihm noch 6 ml Wasser ins Mäulchen geträufelt, was er wieder brav geschluckt hat.

Stubenarrest
Nun hat mein Schwarzbär erst mal wieder Stubenarrest, denn er muss regelmäßig Medikamente schlucken und ich muss natürlich auch sein Fressverhalten beobachten. Vor allem dann, wenn er keine Medikamente mehr bekommt (Appetitanreger, Tabletten gegen Übelkeit, Magensäurehemmer und Antibiotikum). Ich hoffe so sehr, dass die Therapie anschlägt und sein Magen bald wieder in Ordnung kommt und er auch ohne Medikamente Appetit hat.

In zwei Wochen muss dann nochmal das Blut untersucht werden – wegen der Nierenwerte. Die ja aktuell in Ordnung sind, aber an den Nieren trotzdem was sein kann. Warum das so ist, versteh ich nicht, aber es ist halt so … leider.

Ach, mein Gemüt ist mehr belastet zur Zeit als ich zugeben möchte. Aber ich merke, wie “erschöpft” ich bin …

P. S.: Eben habe ich mit meiner THP telefoniert, die zwar in Urlaub ist, aber ich darf sie in Notfällen “belästigen”. Sie behielt die Ruhe und war sehr erstaunt über das morphinhaltige Schmerzmittel, das sie völlig überflüssig findet bzw. zu überdosiert. Es gibt auch Schmerzmittel mit weniger Nebenwirkungen. Sie meint übrigens, dass Moritz auch einen Bandwurm haben könne, der mit dem üblichen Wurmmittel nicht vernichtet wird. Und Bandwürmer bereiten auch Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Ich werde also nächste Woche eine Bandwurmspritze bei Herrn Rattenhuber abholen.

7 Jahre Moritz

An einem heißen Hochsommertag ist er mir über den Weg getippelt: Moritz, mein kleiner Schwarzbär. Er wurde auf einem Golfplatz ausgesetzt. Und seit jenem Tag freue ich mich über den stets gut gelaunten schwarzen Kater mit den wunderschönen grünen Augen.

Zuletzt habe ich ihn vergangene Nacht gesehen. Da kam er mit einer Maus an. Unterm Sofa hat er sie gefressen und gleich wieder ausgekotzt …